Über

Als 2011 die erste Hündin bei uns einzog änderte sich 90% unseres Lebens. Soviel war nicht geplant, worin auch der ulk dieser Tatsache liegt. Wir waren beide immer schon tierlieb, irgendwo schwirrten immer Tiere rum in unserem Leben. Meine Eltern wohnten mal bei einem Schäferhundzüchter auf dem Hof, diese Tiere gestalteten viel meiner Freizeit damals. Die beruflich und private Situation ließ eigene Tiere aber nicht zu. Anfang 2011 hatte sich das alles aber geändert und wir beschlossen, es sei nun an der Zeit, einen lang gehegten Traum wahr zu machen. Zusätzlich waren wir in der Freizeit etwas faul geworden, da könne man doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wir starteten also die Recherche, welche Rassen da wohl passend wären. Die Liste umfasste ungefähr 23 Rassen. Rassen wie der Australian Shepherd kamen nicht in Frage, wir trauten uns diese Rasse nicht zu als erst Hund. Andere Rassen mussten notgedrungen weichen, da sie zwar hübsch waren, wir ihnen aber wohl nicht gerecht werden könnten. Und da der Aussie erstmal zu schwer war, entschieden wir uns für den Hovawart. Diesen kleinen Witz finde ich bis heute äußerst amüsant. Wir suchten also nach Züchtern, fanden den VDH als Dachverband und dem „unterstellten“ RZV (Rassezuchtverein für Hovawarte) und fanden eine Züchterin. Durch vorheriges suchen fanden wir ohne Anschluss ebenfalls eine freie Züchterin. Wir wollten Termine vereinbaren, trafen uns dann mit der Züchterin, die dem RZV angeschlossen war. Da wir Zeit hatten, machten wir den anderen Termin erstmal nicht.

Die erste Begegnung live mit dieser Rasse fand an diesem Termin statt, an der Haustür der Zucht „von Arminius„. Wir klingelten, die Tür wurde geöffnet und auf uns stürmten vier Hovawart Hündinnen zu: Kylie, Gioa, Finesse und Naemi. Ich habe ein angeboren gutes Verhältnis zu Hunden, habe gelernt wie man mit ihnen umgeht und wirklich keine Angst, Respekt sicherlich, Angst hatte ich bisher noch nie. Also vergass ich ein wenig, dass wir dort ja auch Menschen treffen sollten und knuddelte erstmal die Hunde ordentlich durch, ging in die Knie und genoss das. Die Begrüßung dauerte etwas, bis man sich dann auch unter den Menschen so nebenbei begrüßte. Dieses erste Treffen dauerte um die sechs Stunden und war sehr prägend für uns. Wir trafen die Mutter unserer zukünftigen beiden Hovawarte: Kylie (Susa vom Campemoor), erlebten das Rudel in ihrem Alltag auch dem Hof der Pferdewirtin und durften zuschauen wie man mit diesen Hunden auf dem Hundeplatz arbeitet. Bis heute ein toller Tag, eine tolle Erinnerung.

Wir wollten eine Nacht drüber schlafen und uns dann am nächsten Tag melden. Schon auf der Rückfahrt waren wir uns allerdings einig, dass es das werden soll, wenn die Züchterin das denn auch möchte. Sie wollte es und wir gaben eine feste Zusage für den kommenden O-Wurf. Ich weiß nicht wie weit vor dem Wurf das war, in der nächsten Zeit besuchten wir allerdings regelmäßig den Hovawart Verein, auch wenn er 60 Kilometer weg war. Dort liefen fast nur Hovi Besitzer rum, und wer kann einem besser etwas erzählen zu dieser Rasse, als Menschen die oft Jahrzehnte schon mit ihnen zusammenleben? Wir lernten viel, ich halte es nach wie vor für eine sehr gute Methode Wissen zu sammeln.

Als der Wurf dann kam und wir mit den Besuchen starten durften, genossen wir jeden Besuch. Es ist schon etwas besonderes die kleinen Fellknäule wachsen zu sehen, wie sie miteinander spielen und auch mitzubekommen welche Arbeit die Aufzucht ist, für die Mutterhündin und die Züchterin. Meine Frau suchte O’Shira aus und ich denke, es war die beste Entscheidung die man treffen konnte. O’Shira ist bis heute und wird es wohl immer sein, etwas ganz besonderes für mich. Und als diese dann bei uns einzog merkten wir nicht nur, dass all unsere Gedanken und Pläne ab sofort als witziger Quatsch abgehakt waren sondern auch, dass es das war. Es war mehr als einfach nur einen Hund „besitzen“, so stellten wir uns unser Leben vor, es passte einfach.

Naja, und auf einem Hovi…also Bein…kann man ja nicht stehen, also beschlossen wir, einen zweiten bei uns einziehen zu lassen. Der P-Wurf im Hause Arminius war in Planung, wir fragten, bekamen die Zusage sofort und am 12. Mai 2013 kam dieser dann zur Welt. O’Shira war inzwischen soweit ausgebildet, dass es gut klappte. Also dachten wir uns, der zukünftige Hund wird wieder von mir geführt und O’Shira dann weiter von meiner Frau ausgebildet. Diesmal wurde es ein Rüde, Pandu kroch bei dem ersten Besuch auf die Hand von Kerstin und tja, war ja klar, er wurde es. Ebenfalls eine sehr gute Entscheidung, aber wie hinterlistig doch schon die ganz Kleinen sind 😉 Unsere Pläne klappten allerdings so nicht, O’Shira lässt sich bis heute ausschließlich von mir führen. Also tauschten wir das schlicht wieder. Mich wundert es bis heute, das beim ersten Training wo ich wieder mit O’Shira auf dem Platz stand sie nicht geplatzt ist vor Freude. Das haben wir auch nie wieder anders ausprobiert. Meine Frau arbeitet bei der Objektsuche mit O’Shira, das lässt O’Shira zu, aber alles Andere mach ich dann.

So und dann kam die Auflösung des Witzes ganz oben. Hovawarte zu erziehen ist eine echte Herausforderung, weswegen man als Ersthundbesitzer sich darauf einstellen darf, das man sehr viel lernen muss. Da war es gut, dass wir uns die komplizierten Australian Shepherds dann doch aufgehoben haben. Denn am 21. 08. 2014 kam der B-Wurf im Zwinger „of Indigo Garden“ zu Welt. Die Züchterin die ebenfalls wieder unser erster Termin war, suchte uns Be-Summer of Indigo Garden aus (Summer war mein Wunschname wie ich auch die anderen Namen ausgesucht habe) und diese zog dann bei uns ein. Seit dem ist unser kleines Rudel komplett.

Hunde begleiten uns und mich jeden Tag, sie sind da wenn wir aufwachen und grunzen und schnarchen neben uns wenn wir einschlafen. Wir wollten das so und freuen uns jeden Tag aufs Neue, was aus unserem Leben wurde durch diese kleine Änderung. Allerdings sind die wenigsten Pläne die wir vorher, vor O’Shira gemacht haben wirklich eingetreten. Viel mehr sind wir inzwischen jeden Tag unterwegs mit den Hunden, gehen wandern an den Wochenenden, fahren in den Urlaub um noch mehr zu wandern und haben alles nach den Hunden ausgerichtet. Dies waren aber nicht, wie wir anfangs dachten, Kompromisse sondern vielmehr wurde es zu einer Lebenseinstellung. Und dazu verhalfen uns auf unserem Weg sehr viele Menschen mit Geduld, ihren Geschichten, Tipps und Tricks für die wir unendlich dankbar sind.