Hundeyoga

Hab heut nen Buch gefunden mit Weisheiten aus fernen Ländern. Unter anderem wurde dort Yoga erwähnt. Nachdem wir uns versichert haben, dass es sich dabei nicht um irgend etwas linksdrehendes handelt, haben wir mal nachgeschlagen, was man dabei so macht. Der beste Sport ist ja schließlich Mensch und Hund zusammen.

„Ja, also diese Frau hier mit dem Sonnengruß, das sieht brauchbar aus, mein Rücken tut eh ziemlich weh!“

„Wenn ich das mach, fall ich entweder hinten über oder Du musst neu streichen!“ lachte Pandu, der eben erst geschaut hat ob das Loch im Garten noch die passende Tiefe hatte, dem war wohl nicht so.

„Und wenn Du nur den Part auf dem Boden machst?“ fiel mir ein.

„Aber dann grüß ich doch die Sonne nicht mehr!“

Eins musste ich ihm lassen, er hat den Kern der Sache gut erkannt. Ich beschloss diese Übung erstmal nach hinten zu schieben.

„Dann fallen wohl erstmal alle Übungen weg, bei denen Du auf 2 Pfoten stehen musst oder?“ fragte ich neugierig.

„Ja schau mal obs da noch was anderes gibt!“ meinte nun auch Summer die sich neugierig zu uns setzte.

„Der Mondgruß fällt weg, fast alle Bikram Übungen sind nix,“ murmelte ich vor mich hin. O’Shira kam nun auch dazu und nahm sich Frauchens Tablet und begann selbst mal nachzuschlagen.

„Hier ist sogar eine Übung, da steht die Frau auf einem Bein! Wie soll ich das machen, gibts da nen Gestell für?“, Summers Begeisterung war komisch.

„Die hier sitz auf ihrem Hintern und streckt alles von sich!“

Hinter mir polterte es ziemlich laut, als die Stehlampe gegen den Tisch knallte. „Nein, das geht nicht, das tut weh, aber mehr so für blaue Flecken und nicht für die Erholung!“

„Hier verkaufen die einen Yoga Gurt, meinste den kann man gut schmeißen wenn man da nen Ball dran hängt?“ Die Idee von Summer fand ich nu wieder ziemlich gut und kostete auch nur 13 Euro oder so. „Vielleicht kann man da unten einfach Knoten reinmachen, dann sollten die doch auch fliegen, sieht ja recht stabil aus auf den ersten Blick!“ überlegte ich in Richtung Summer.

„Ja für nen Frisbee reicht es sicher nicht!“ raunte sie.

„Warum auch nen Frisbee, den kannst besser zerkauen, dann hauen die auch nicht mehr andauernd ab und Herrchen kommt nicht mehr auf komische Ideen.“ Ich war mir sicher, O’Shira wollte mir damit etwas sagen, ich ignorierte das aber.

„Hey, das kannste wirklich vergessen, der Kerl hier liegt auf dem Rücken und sie liegt auf seinen ausgestreckten Beinen, was soll denn das? Das mach ich nicht, nur dass Du es weißt!“ Pandu zeigte mir das Bild und beim betrachten dachte ich mir noch, warum sollte man das machen. Gedanklich brach der Mann zusammen und ich brach mir alle Knochen.

„Wir könnten auch unterwegs auf den Bäumen rumklettern, ist das nicht auch son bißchen wie Yoga?“ Seit ich mit den Hunden das erste Mal dort Halt machte, war Summer immer ganz aufgeregt, wenn wir dort ankamen.

„Du, könntest Du mich einfach noch ein bissl kraulen? Das Yoga schlägt mir so auf den Magen, nicht dass ich nachher nix runter krieg, das würd ich Dir nicht verzeiehn!“

„Warum mir?“ fragte ich ungläubig.

„Du hast mit dem Krams hier angefangen. Wenn Du Rückenprobleme hast müssen wir das immer ausbaden und am Ende hilft ein ordentlicher Spaziergang und ne heiße Dusche danach! Ne lieber sowas und dann tut uns wieder alles weh!“ Pandu war nun eh nicht der Sportbegeisterte.

„Ja gut, lass uns erst noch ein bissl drüber nachdenken, „meinte ich, während Summer reinblökte: „paar Wochen oder mehr…“  „und dann nochmal schauen, ob wir damit anfangen!“

Ich legte mich auf die Couch, O’Shira surfte noch etwas durch YouTube und schaute sich Katzenvideos an, Pandu lag schon wieder auf meinen Beinen und grunzte wohlig und Summer träumte zuckend wahrscheinlich von dem Baum. Manche Dinge dauern bei uns einfach länger.