Des Überdruss neues Bild

  1. Des schlafend Aug ich wohl erblicke,
  2. wenn ich Dich dort so liegen seh
  3. jeglichen Zorn im Keim ersticke
  4. und trinke ruhig meinen Tee
  5. Doch nagt an mir diese Gewissheit
  6. Es mag Euch komisch gar erscheinen
  7. sonst wär ich nicht gescheit
  8. Wach wirst und vertreiben
  9. Vorbei wird dann ruhige Zeit!

So ist wohl nicht der erste Gedanke, der mir kam, als ich die Betten kaufte für die Hunde. Sah noch kein Problem, mochte das Bild, das sich meinem Geiste bot. Wir auf der Couch, die Hunde davor, ein Bett für jeden, möglichst bequem. Bestellt, geliefert, hingelegt, den Hunden gezeigt wie es geht, war ich überzeugt dessen was ich dort sah, den richtigen Schritt gegangen zu sein. Doch vergass ich der Gewohnheit alter Sitte, wie wir sie den Hunden aufgezwungen. Sitz ich am Tisch, liegen sie daneben, sitzen wir auf der Couch liegen sie dort oben. Der Sinn ergibt sich mir, nur ists daneben: Gedacht wars so, gemacht ganz anders.

Es sind diese Gespräche die mir immer einfallen, wenn ich sehe was passiert. Mal kurz, mal lang, mal eindeutig mal voller Rätsel. Es begann wie immer durchdacht und ruhig:

Murmelnd sitze ich vor dem Computer:

„Hundebetten, ja zwei, erstmal um zu schauen…vielleicht eins so, das andere so…“

O’Shira setzt sich aufmerksam daneben:

„Du meinst sowas brauchen wir, ich mein die Couch ist ja nun endlich groß genug und wenn ihr Euch klein macht, dann geht das schon?“

„Ja eben“, flüsterte ich noch in Gedanken, „wir wollen uns halt auch mal ausstrecken!“

„Wenn Du meinst, aber ich wäre dagegen!“ sagte sie schulterzuckend.

„Du kennst ihn doch, wenn er ’nen Einfall hat, dann ist der erstmal total toll, da lässt er sich nicht reinreden und dann macht er das auch erstmal. Es ist ihm doch egal, was hinterher dabei rauskommt!“ mischte sich Summer ein.

Seit die beiden zu zweit waren, hatte ich Engelchen und Teufelchen neben mir, ich wusste nur sehr selten wer wer war.

„Ich mach das jetzt, die Hundecouch wird auch nicht immer da sein.“ meinte ich hoffnungsvoll.

Das leise Seufzen war nicht zu überhören und hätte mir eine Lehre sein sollen.

Einige Tage später kamen die Pakete und ich rollte die kleinen Betten aus. Meine ersten Bedenken, dass diese zu klein sein könnten, wurden durch die ersten Versuche ausgetrieben und die Hunde schliefen einige Zeit darauf. Mir war da noch nicht klar, dass das auf und abrollen eventuell ein Zeichen hätte sein können.

„Ganz bequem!“ raunte O’Shira und wurde durch ein lautes Grunzen von Pandu untermalt. Summers „Kann man mal machen!“ nahm ich fast nicht wahr, ich mochte meinen Gedanken, mochte was ich sah.

Später am Tag merkte ich allerdings, dass Summer wieder unter meinem Stuhl lag, O’Shira klebte förmlich hinter mir, damit sie mitbekäme, wenn ich aufstehe und Pandu lag vor der Balkontür, immerhin die Pfoten auf der grauen Decke, allerdings ging das auch nicht anders, so wie die Decke da lag.

„Schau nicht so, Du hättest sie ja auch woanders hinlegen können, ist so nicht wirklich bequem!“ raunte er und ich überlegte einen besseren Platz. „Ja und eventuell ein bissl auseinander, will die Kleene“, O’Shira schielte auf Summer die sich keiner Schuld bewusst war, „nicht so nah an mir liegen haben!“

Ja das leuchtete mir ein, O’Shira war immer schon eigen, also den Abstand etwas vergrößert und so hingelegt, dass die üblichen Liegeplätze nicht belegt waren.

Am Nachmittag war ich fertig mit der Computer arbeite und ich wechselte auf die Couch um etwas zu lesen. Pandu kam wie selbstverständlich zu mir und ließ sich laut Grunzend auf meine Beine fallen und ich begann ihn zu kraulen, Summer legte sich auf die eine Seite der Beine und O’Shira auf die andere, so konnten meine Beine den Trenner bilden.

Wisst Ihr, es ist nicht so, dass ich es nicht wollte. Ich fand die Idee wirklich gut, aber wie O’Shira schon sagte, erst war es in meinem Kopf und klang gut, aber so nachmittags auf der Couch ist es doch gemütlicher, die Hunde um mich zu haben. Mal schauen, was nun aus den Decken wird.